Auf nach New Orleans

Abfahrt in Houston Richtung Lafajette-New Orleans. Wir haben eine Strecke von 349 Meilen (= 560 km) vor uns. Unsere Reisegeschwindigkeit beträgt durchschnittlich 90 bis 100 km/h. Das endlose Straßenband in unterschiedlichem Zustand verlangt unserem Fahrzeug ziemlich viel ab. Ein Hauptgrund alles sicher zu verstauen und die Geschwindigkeit dem Klappern anzupassen…naja, man gewöhnt sich an alles, auch dass das am Morgen abgespülte Geschirr noch im Abtropfkorb im Spülbecken steht – und leider einem starken Bremsvorgang nicht Stand gehalten hat. Hm, ein paar Sachen haben „überlebt“ und wir sind um eine Erfahrung reicher.

Eine endlose Interstate führt auf Betonstelzen durch die Sümpfe – genannt Bajou’s – direkt nach New Orleans. Unser Campground liegt außerhalb von Downtown – ca. 45 Minuten Fahrzeit mit dem Auto. Der KOA-Platz hat einen kostenlosen Shuttledienst nach Downtown, Abfahrt 9 Uhr Ortszeit, Abholung Abends 5.30 pm und nur für KOA-Gäste. Am 1. Tag den Shuttle verpasst – Taxi genommen, Spezialpreis für KOA 30 Dollar, spät abends zurück – 35 Dollar – sehr teuer! Trotzdem war der 1. Tag sehr interessant, am Mississippi – der Old Man River – entlang spaziert der Riverwalk. Tickets für die Raddampferfahrt am nächsten Tag haben wir im KOA-Office für den nächsten Tag gelöst. Der kurze Spaziergang durch das „French Quarter“ hat uns total begeistert, Kneipen, Straßenmusikanten…überall ertönt der typische New Orleans Jazz, Jazzkapellen durch die Straßen – Lebensfreude pur! Das charmante French Quarter erzeugt in uns das Gefühl: Da möchte ich wieder hin.

Am nächsten Vormittag waren wir wieder in der Stadt. Da aber bis zur Abfahrt noch Zeit war, haben wir das berühmte WW II Museum besucht – sehr beeindruckend aber meiner Meinung nach ist die Perspektive verschoben…naja, es war immer schon so: Der Sieger schreibt die Geschichte…trotzdem wären wir gerne länger geblieben, aber die Mississippie Queen – der letzte Raddampfer aus einer längst vergangenen Zeit – wartet nicht. Der Raddampfer ist gut besetzt. Wir haben dann Gelegenheit den Maschinenraum zu besichtigen und werden von den Mitarbeitern sehr freundlich Empfangen…diese Dampfmaschine hat uns schon sehr beeindruckt.

Nach zwei Stunden war die Fahrt leider vorbei, aber wir haben ja ein weiteres Highlight vor uns: Einen ausführlichen Besuch im French Quarter. Es war Wochenende und da ist das Quartier noch besser besucht. In den Straßen – ja ganze Straßenzüge wie z.B. die Bourbon Street sind für den Verkehr komplett gesperrt, aber deswegen sind sie nicht frei – nein, sie sind mit Straßenkünstlern und Musik-Bands belegt – Jazz natürlich. Vergessen sollte man auf keinen Fall, dass der Voodoo-Kult in der Stadt sehr, sehr lebendig ist. Es gibt sehr viele Shops, die sich dem Zubehörverkauf für eine Voodoozeremonie verschrieben haben. Ein Voodoomuseum gibt es auch – haben wir aber nicht besucht.

Eine kleine Musikertruppe – bestehend aus zwei Knaben (circa 8 und 11 Jahre alt), die auf Kunststoffeimern und Kisten einen mitreissenden Rhythmus trommeln, sind sehens- und hörenswert. Das Feeling, das einen im French Quarter erfasst, ist kaum in Worte zu fassen – man muss es erleben, um es zu verstehen…  alles swingt…toll!

Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des FQ: Bevor die Amerikaner kamen, waren die Franzosen längst da…und die Spanier. 1718 von einem Franzosen gegründet. Abgetreten an die Spanier, eine bunte Mischung an Menschen macht das Besondere an New Orleans. Der Franzose und Bonaparte verkauften das Land an die USA, weil sie Geld für ihre Kriege benötigten, der Schnäppchenpreis:  15 Millionen Dollar. Diese 2.144 520 Quadratkilometer verdoppelte die Fläche der USA – zum Preis von weniger als 3 Cent pro 4000 qm. Die ersten Bewohner im FQ waren 470 an der Zahl. Mittlerweile bietet die Stadt 33.000 Hotelzimmer für 1,5 Millionen Besucher pro Jahr.

Typisch für das FQ sind die Balkone aus Eisen, alle wunderschön dekoriert. Eine urige Musikkneipe neben der anderen und alle in der Einrichtung von damals. Livemusik ist ein Muss hier! Die Besucher und die Bewohner, bilden eine wogende, lebendige Mischung.

Nachtrag: Hatten wir ganz vergessen-17:45 Uhr sollte uns der Shuttle zurück bringen, er hat sich aus folgenden Gründen verzögert- durch die Stadt geht ein Bahngleis mit Schranke, diese Schranke trennt den Hafenbereich vom Rest der Stadt …… weiter nicht schlimm denkt ihr ? im Prinzip ja, nur wir und natürlich noch Andere standen da und sahen dem Chemiezug zu- durch die Stadt durch….er nahm kein Ende, nach ca. 45 Min. !!!!!!!! war der Spuk zu Ende……….. geschätzte Länge mind. 4 km…….. Es kämen im Fall der Fälle natürlich auch kein Sanka,Polizei  o.ä. durch. Nächstes Jahr will die Verwaltung über eine Lösung nachdenken. So, das musste ich einfach noch ergänzen….

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Ein Gedanke zu „Auf nach New Orleans“

  1. hallo ihr beiden!
    na da kann man schon neidisch werden: new orleans, loisiana und überall die cajun-music, klasse! das wär für mich der hauptgrund rüberzufahren.
    ich kenn mich ja nicht so aus, aber kann das sein das ihr im wahrsten sinne locker durch die botanik cruist? also vor und zurück meine ich, oder sind die beiträge nicht chronologisch? na, egal trotzdem klasse! viel spass weiterhin und man hört sich!

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