Schlimmer geht nimmer ?

doch !     Schlimmer geht IMMER !!  und wir waren so „blauäugig“ und dachten wenn uns ein „Unbill“ ereilt, daß das ganz bestimmt im  – unendlichen Yukongebiet ist oder in der unglaublichen Weite der Canadischen Wälder – Plattfuß-Wildunfall oder etwas dergleichen……..aber NEIN !!

Wir sind ja z.Zt. in Vancouver und da auf dem Amerikanischen Konsulat wegen unserem Visum – aber das wisst ihr ja schon alle – steht im letzten Bericht. Also – mit Hilfe eines Mitarbeiters in einem Printshop mit Internetzugang, haben wir es dann geschafft unsere Applikation auf den Weg zu bringen, bzw. auszudrucken.  Leider haben wir keinen Button für die Bezahlung gefunden, sodaß wir am nächsten Tag nochmal zur Botschaft gefahren sind, – hier wurden wir aber mit lapidaren Worten abgewiesen – über die Straße geschickt – da wäre ein Shop, der uns behilflich sei……..na klasse !   Wir natürlich rüber , ein junger, farbiger Security fragt nach unserem Begehr !  Oh ihr kommt aus Deutschland – ich aus Kamerun…….klasse, was kann ich für euch tun ?  hm, Hilfe bei der Visabearbeitung – ? hier im Gebäude ( und das Gebäude ist groß , sehr, sehr groß !) – nein, das kann nicht sein ! das wüsste er. Verdammt – wieder zu dem Schnösel von der Botschaft……..NEIN ! Wir schauen uns um und entdecken einen kleinen Laden von FedEx, beschliessen dort zu fragen ! Der Mitarbeiter oder Inhaber, ein ziemlicher Muffelkopf, bekommt von mir erklärt um was es geht….er schaut sich unsere Aufträge an – aha, wir wollen bezahlen !?       Da hinten stehen 2 PC, ich sollte es doch  versuchen, aber – ER setzt sich hin und ruft eine Seite der Botschaft auf -(die ich alleine nicht gefunden hätte) mit der Bezeichnung „Visa Fee“ – also Visa Gebühren ! Ob unsere Seite so ausgesehen hat ? ich verneine, zeige ihm den Kopf unseres Ausdruckes, er geht zu google und landet auf der selben Seite…wieder die Frage an mich : War das die Visaseite ? Ich verneine wieder – er wird etwas „ärgerlich“         GENAU das wäre aber die „richtige Seite“ !! Genau hier muss ich einen Account anlegen, dann würde es schon klappen. Er würde das nicht zum ersten Mal machen…nun ja OK ! Linda wird in meinen Account mit eingebunden – und da endlich erscheint der Preis von 160,-$ = 320,-$ ! Ein stolzer Preis !!        Trotzdem – wir sind sehr froh !!    Visakarte raus, eingelesen, was ist das ?? Deklined !!  Das kann nicht sein, es ist genügend Deckung da, – das Selbe nochmal ! …..mit dem selben Ergebnis !! Deklinet !!       Na ja, kommt vor, wird die Maschine sein……. Wir wechseln in den Cash / Bar Modus.       Er druckt die Rechnung mit allem was man dazu braucht aus.  Die New Scotia Bank wäre gleich um die Ecke, da sollten wir einfach „bar“ einzahlen  am Montag wäre das Geld dann auf dem Konsulat, alles ganz einfach …….dachten wir !!      Wir an die nächste ATM – Maschine /Bankomat) Karte rein- PIN, warten…. Bing – Vorgang abgebrochen ??????? Was zum Teufel geht hier vor ???? Heute morgen, haben wir noch ganz „normal“ mit der Karte bezahlt !            HIER muss ich kurz unterbrechen und in das letzte Jahr – zu den Vorbereitungen für die Reise – zurück gehen.   Natürlich war unsere Versorgung mit Barmitteln ein Thema, aber der Sicherheitsaspekt sollte auf keinen Fall ausser acht gelassen werden. Daher haben wir uns zusätzlich 2 Debitkarten besorgt, die wir dann immer unseren Wünschen gemäß „aufladen“ können, im Falle eines Verlustes wäre dann nur der Guthabenbetrag weg !   Eine gute Sache, hat ja auch alles bestens funktioniert……ja, bis anfang März – wir waren ja schon „On the Road“ eine Mail kam, daß unser Anbieter zum Ende April 2016 den Kartendienst einstellen wird – AHA !! Schade, aber nicht zu ändern……Alles andere hat ja funktioniert – ja, bis Anchorage und der Diebstahl meiner Tasche dazwischen kam….

Also, wir zur Bank von Schottland, an den „Cash“ Schalter – sorry, aber hier nur „Bar“ Einzahlungen !!    Ich habe versucht den Visakartendienst anzurufen, aber unsere Telefone gehen nicht !!. Dau muss ich noch kurz erklären- wir „operieren“ hier im Ausland natürlich mit Prepaidkarten, d.h. wir haben SIM Karten für USA und Canada – also wenn wir das Land wechseln, wird einfach die Simkarte getauscht……. Wir haben bei den Karten natürlich wert auf ein großes Datenvolumen und weniger auf Telefonieren gelegt – wen sollten wir in den USA oder Canada auch anrufen ?

Also- wir kommen von Alaska(USA) reisen in Canada ein, SIM Karten gewechselt – that’s it ! – dachten wir ! Dann noch schnell Guthaben gekauft bei bestbuy (Mediamarkt), ein Stockwerk tiefer im Tabakladen eine Long Distance Phone Card gekauft – los geht es ! Ich werde euch die Telefondetails ersparen, aber die Telefonnummer wird ca. 10cm lang !! aber eine Stimme labert mir ganz schnell in’s Ohr, daß die von mir gewählte Vorwahl nicht komplett wäre und ich den Service für Canada anrufen sollte….. so, eine leichte „Eintrübung“ meiner Übersicht versucht sich meiner zu bemächtigen – was ich aber nicht zulassen werde !! Eine unumstößliche Tatsache ist aber, dass unsere „BARMITTEL“ nahezu erschöpft sind……..   OK, ich fasse kurz zusammen, wir haben kein Internet, kein Telefon, keine Barmittel und die Karte von Linda funktioniert – aus welchen Gründen auch immer – NICHT!!!  Wir sind unter Zeitdruck, da wir unsere Visum brauchen um weiter zu kommen ! Also völliger Stillstand !!  Wie gesagt „schlimmer geht nimmer“ !??   Oh doch !!  Aber – höret die Geschichte :

Wie gesagt, wir sind mitten in einer Millionenstadt – Vancouver ! Noch viel schlimmer ist allerdings, das WE steht vor der Tür – ab Freitag ca. 16°°, sind alle Büro’s geschlossen !!     In diesem Moment schießt mir eine Idee durch den Kopf – und ich greife zu meiner Schultertasche – erinnere mich, daß ich in Alaska noch $ abgehoben habe um zu tanken – und tatsächlich 270,-$, schöne Dollar’s…. den Kleinkram beim Umtausch in Can$ erspare ich euch, aber hier sind sie 351,-Can$ !! – nicht viel – aber im Moment ein Schatz !    Wir unterrichten die Familie Zuhause- die auch sofort Hilfe anbieten, Moneygram usw. dieses „unterrichten“, geht aber auch nur bei Starbuck’s Cafe, da bekommen wir ein brauchbares Internet…….. Wir lassen von Deutschland aus bei VISA Kartenservice anrufen- es wird natürlich keine Auskunft erteilt – nur soviel – es würde ein Problem vorliegen, aber Linda muss selber anrufen ! , nur von welchem Telefon aus ??   Zurück im RV Park müssen wir feststellen, daß der Internetzugang massiv gestört ist…..- die Techniker sind dran…..   HALT !! – da fällt mir ein, daß wir ja mit Skype auch telefonieren können, aber nur bei funktionierendem Internet……Ich schaue nach meinem Guthaben…. nur noch 4,82 € !! Ich versuche aufzuladen, da mein Paypalkonto direkt von meinem Konto bucht…..- geht auch nicht – weil die Internetverbindung immer abstürzt !!  Nächster Versuch – mit dem Guthaben von 4,82€ beim Visadienst anzurufen – klasse ich komme durch – nur die Dame kann mich nicht hören – ich sie schon !! nützt aber nix !!!   Dann kommt endlich mal wieder eine gute Nachricht – die Schwiegertochter von Linda hat Verwandte hier in Vancouver !! – und schon Kontakt aufgenommen, wir dürfen/sollen unbedingt vorbeikommen ! wegen Telefon und so….   Aber nun zurück zum Problem mit der Kreditkarte… Linda weckt mich 4,30 UHR MORGENS – Freitagmorgen ! Vielleicht kann ich den Kartenservice erreichen,damit wir endlich wissen was los ist…  Da wir nix Anderes haben, muß ich über Skype telefonieren, ok – Internet ist da- und der Ruf geht ab, tatsächlich, der Notfallkartenservice ist dran…. Nach anfänglichen Verständigungsproblemen klappt alles – Linda erfährt, daß ihre Karte NICHT gehackt, noch sonstwie manipuliert wurde….sondern der von ihr eingerichtete Rahmen erreicht ist – das ist alles !!  Eigentlich klar, nachdem alle Zahlungen Benzin, Einkaufen, RV Parks usw von ihrer Karte aus gingen, da meine ja in San Francisco auf der Botschaft liegen. Daher müsen wir das Angebot der Familie in Vancouver annehmen von hier aus zu telefonieren. Da die Zeitverschiebung das größte Problem darstellt und ein Telefonat vor 23.30 Uhr hier Ortszeit keinen Sinn macht, da die Bank nicht vor 9°° öffnet- wir aber die etwas älteren Gastgeber nicht so lange in Anspruch nehmen wollen, haben wir eher ein „mentales“ Problem ….. Diese für uns verzwickte Situation wird aber von unseren Gastgebern einfach vom Tisch gewischt- was wir eigentlich wollen ? es ist kein Problem- basta ! Die Beiden sind sehr „praktisch“ veranlagt.  Wir sind bei der Gastfamilie übrigens extrem herzlich aufgenommen worden und sind daher am Sonntag Abend 23.45 Uhr Vancouverzeit am Telefon um bein Linda’s Bank. Der Chef war auch gleich am Apparat- hat mit Linda noch ein paar Daten verglichen. Danach versprach er Linda, dass er sich sofort darum „kümmern“ wird, damit Linda so schnell als möglich wieder eine funktionierende Karte hat. Uff- geschafft !! dachten wir…..

Es ist 3 Tage später….. die Karte von Linda funktioniert immer noch nicht……unsere Barmittel neigen sich dem Ende entgegen – trotz „Sparkurs“ !   Heute morgen, ist auch noch ein 3-Wegeventil unserer Wasserversorgung im Wagen gebrochen, sodass das Wasser sich seinen Weg durch den Stauraum und als Sturzbach in’s Freie gesucht hat……. So ein verdammter Shit, auch das noch- also habe ich innen (unser Bett…) alles ausgebaut, bzw aufgeschraubt um an die Wasserrohre usw. zu komen. Mir war sofort klar – Reparatur nicht möglich, ich brauche ein neues 3-Wegeventil…..  Da unsere Gastfamilie kein Internet hat, hat er seinen Sohn angerufen um einen RV-Händler ausfindig zu machen….. Der Senior (82) absoluter VW-Ordtimerfan -Preisträger und Schrauber, hat mich dann in seinem restaurierten VW-Kübelwagen hingefahren – ein ganz besonderes Erlebnis, zumal der Senior einen sehr „flotten Fahrstil“ pflegt  !!!!  Das Ventil hatte ich sehr schnell einbebaut und damit die Funktion wieder hergestellt !   Uff…

Unser nächster Weg – wiejeden Tag – führt uns wieder downtown, 1. wegen Internet (Starbucks) und 2. wegen der Bank…unser Bares geht zu Ende….die Söhne von Linda haben sich von Deutschland aus mit der Bank in Verbindung gesetzt – alles OK , es MUSS funktionieren !!    Wir mal wieder an die ATM (Bankautomat) – DECLINET – nicht möglich !!! Warum zum Teufel ?? Wir gehen in die Bank, erzählen einer sehr,sehr netten und hilfsbereiten Mitarbeiterin unser Problem, fragen ob sie nicht mal nachsehen könnte warum die Karte trotz „Freischaltung“ nicht funktioniert ! Sie bietet spontan ihre Hilfe an- in der Form, daß daß wir von ihrem Telefon aus mit dem Kartenservice in München telefonieren können – was für ein Glück, diese Frau getroffen zu haben !!!!    Der Kartenservice (VISA) bestätigt die „Freischaltung“, allerdings nur für den Kontorahmen -EUROPA- der 2. Rahmen „Ausland“ müßte noch geschaltet werden, warum das unser Banker in Deutschland nicht gemacht hätte ????????? Wir sofort nach Deutschland telefoniert und den entsprechenden DRUCK aufgebaut – alles von dem Telefon der Bankmitarbeiterin aus !, wie sich herausstellte eine gebürtige Italienerin, die vor Jahren nach Canada eingewandert ist und auch da ein paar unschöne Erlebnisse hatte !!, also volles Verständnis für unsere Lage hatte.    Das Problem ist, dass der 1. Juli in Canada der Nationalfeiertag ist und daher ALLES geschlossen hat. Darauf folgt der 4.Juli, der wiederum in America Nationalfeiertag ist, ja- ganz genau, es ist alles geschlossen (Botschaft!!)  Also für uns ein seeeeehr langes WE…..

Wir am nächsten Tag wieder zur Bank – WOW !!! die Karte funktioniert wieder, wir ganz schnell unsere Füße in Sicherheit gebracht, damit uns der große Stein der von unseren Herzen fiel nicht auf die Zehen knallt….. Wir natürlich SOFORT unsere Visagebühren auf das Konto der Ami’s eingezahlt !! damit das wenigstens läuft, die Gutschrift braucht normal 2 Tage !! vorher kann kein Interviewtermin vereinbart werden – der ist aber unabdingbar zur Visaerlangung !!  Wir hatten das alles schon auf der US-Botschaft in Frankfurt.  Manchmal ist man schon fast am „Verzweifeln“ , aber es nützt  nicht wirklich etwas !! Da muß Mann oder Frau – oder BEIDE einfach durch !  Wir also zurück zu unserem ehemaligen RV-Park und uns eingemietet-mal wieder….. wenigstens ist ein funktionierendes Internet,Pool und Jacuzzi vorhanden. Wir wollen einfach ein wenig Ordnung in unseren Ablauf haben, daher haben wir beschlossen doch noch einen Tag länger auf dem Platz zu bleiben.   Ich habe dann die Zeit genutzt um unseren Toilettentank von außen kräftig zu spülen, den Absperrschieber-der sich nicht mehr ganz schliessen lies- ausgebaut,gereinigt und wieder eingebaut ! Dann habe ich plötzlich deutsche Stimmen hinter uns an einem Wohnmobil gehört…. Ich habe ganz höflich „guten Tag“ gesagt – ach !? Sie sprechen DEUTSCH ? na klar ! Es stellte sich heraus, daß es eine Gruppe aus dem Frankfurter Raum , mit 3 Wohnmobilen unterwegs war.Morgen 2.7.2016 geht es wieder nach Hause- alle zwischen 50 und 70 Jahre alt ! Ein Gesangverein ! Nach dem normalen small Talk, kam die Frage : Wollt ihr unsere Sachen haben – wir werfen sie sonst alle weg ! Hm, ja, warum nicht ? So kamen wir zu Clopapier, Feuerholz, Küchenrollen, jede Menge Teigwaren, DosenCola, Rootbeer(bääääääääh) Kugelgrill, Kosmetiktücher, Zudecke, Wasser, Kerzen, Feuerstarter usw. Der Abschiedsabend wurde laaang, sehr laaange, aber sehr lustig…  Der Abschied am nächsten Morgen etwas wehmütig…..

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